La vedova blu (Die blaue Witwe) 1968 Holz, Langhaarplüsch | Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung, seit 1981

Das Tier in Dir

Kreaturen in (und außerhalb) der mumok Sammlung
mumok 22.9.–26.2.2023

Die mumok Sammlung beinhaltet knapp fünfhundert Werke, die mit Tieren zu tun haben – eine beachtliche Anzahl, die die Frage aufwirft, was für ein Zoo eigentlich das Museum ist. Was wird hier wie dort verwahrt, beforscht und zur Schau gestellt, um die „Freiheit der Kunst“ und das „wild life“ zu schützen? Und in wessen Interesse?

Das Tier in Dir stellt sich solchen Fragen und nutzt die populäre Anziehungskraft von Tieren, um über die Natur von Sex, Hunger und Zuneigung nachzudenken sowie über Familien- und Geschlechterbeziehungen, Sozialisation und Domestizierung und nicht zuletzt über die andauernde Wirkung von Kolonialgeschichte. Wer nimmt wen an die Kandare? Wer stutzt wem die Flügel? Wer krault wem den Bauch?

In der Ausstellung geht es somit weniger um Tiere denn um Körper, die sich bewegen oder stillstehen, liegen oder stehen, sich ducken oder kriechen. Das Tier als Motiv dient als Ausgangspunkt, um zu einem materialistischen Verständnis von Kunst und Leben zu gelangen. Denn in der westlichen Welt ist „taming and framing“ das, was wir tun, um unser Territorium zu markieren und unsere Subjektivität zu behaupten.

 


www.mumok.at

Das Tier in Dir

Creatures in (and outside) the mumok Collection
mumok 22.9.–26.2.2023

The mumok collection contains nearly five hundred works related to animals—a considerable quantity that raises the question of what kind of zoo the museum in fact is. What is kept, researched, and displayed both here and there to protect “wild life” and the “freedom of art”? And in whose interest?

The Animal Within addresses such questions and uses the popular appeal of animals to reflect on the nature of sex, hunger, and affection, as well as on family and gender relations, socialization and domestication, and, not least, on the enduring impact of colonial history. Who leads whom on a leash? Who clips whose wings? Who scratches whose back?

The exhibition is thus less about animals than about bodies, moving or still, reclining or standing, crouching or crawling. The animal as a motif serves as a starting point to get to a materialist understanding of art and life. For in the Western world, “taming and framing” is what we do to mark our territories and claim our subjectivities.

www.mumok.at