© Jason Dodge

Jason Dodge

Grazer Kunstverein
22.6.–24.8.2024

Du schriebst: Der Titel seiner Ausstellung ist die Sammlung von Bildern, die sie begleitet. Drei Bilder eines roten Auges, nebeneinander.

Du sagtest, dass das erste Bild, eine rote Form vor einem grauen Hintergrund, vertraut wirkte, sich aber einer Identifikation widersetzte. Du sagtest mir, dass es dich an ein Auge erinnert, wachsam und aufmerksam, verwoben mit der Schärfe eines Zeigers, verweisend.

Du schriebst: Dieses Bild ist wie eine halbe Erinnerung, hinter einem Schleier, Details abgemildert, eine Einladung, über seine Geheimnisse nachzudenken

Im zweiten Bild, sagtest du mir, erscheinen ähnliche Formen. Das Auge und der Pfeil verschmelzen in ihrem rätselhaften Sog, zentriert auf dem Bildschirm, Details an den Rändern verwischt, als wäre die Linse verschmiert. Du fragtest dich, ob es sich um einen Zwilling des ersten Stücks handelt und ob dies darauf hindeutet, dass Klarheit nicht immer notwendig für das Verständnis ist. Ist diese Bewegung eine Anregung, ein sanfter Stups in Richtung Bedeutung?

Du schriebst: Die Qualität dieser Bilder wird dich zu einem mysteriösen Tanz hinziehen.

Das dritte Bild, sagtest du, wird mit kühner Klarheit dastehen, sobald die Unschärfe größtenteils aufgehoben ist, um das Design zu enthüllen. Die roten Linien werden sich scharf von einem bräunlich-weißen Hintergrund abheben, die Form des Auges wird deutlich sein, der Schwung des Cursors selbstbewusst und unerschütterlich. Du sagtest, du wirst wollen, dass das Bild mit klarer Stimme spricht, da seine Symbolik unverkennbar wird: die Verschmelzung von Vision und Richtung, Wahrnehmung und Zweck.

Du schriebst: Dieses Bild wird herauskristallisieren, was die anderen angedeutet haben.

Diese drei Bilder, wie seine gesamte Ausstellung, benutzten keine Worte. Du schriebst, dass die Bilder selbst Sprache erzeugten. Dass sie als Vorahnung von etwas noch nicht Realisiertem dienten. Du sagtest, du hättest Lieder von Grün und Gelb und Silber gehört und den Geruch von Kampfer gerochen. Und in dieser Abwesenheit von Worten versuchten wir, Bilder sprechen zu lassen.

www.grazerkunstverein.org

 

Jason Dodge

Grazer Kunstverein
22.6.–24.8.2024

You wrote: the title of his exhibition is the collection of images that accompanies it. Three images of a red eye, split, side by side.

You said that the first image, a red shape against a grey backdrop, felt familiar but resisted identification. You told me that it reminds you of an eye, vigilant and watchful, intertwined with the sharpness of a pointer, guiding. 

You wrote: this image is like a half-memory, in a haze, details softened, an invitation to ponder its secrets.

In the second image, you told me, similar shapes appear. The eye and arrow merge in their enigmatic pull, centered on the screen, details blurred at the edges, as if the lens was smudged. You wondered if it is a twin to the first piece, and whether this suggests that clarity is not always necessary for understanding. Is this movement a suggestion, a gentle nudge towards meaning?

You wrote: the quality of these images will draw you towards a mysterious dance.

The third image, you said, will stand with bold clarity once the blur is mostly lifted to reveal the design. The red lines will be crisp against a brownish-white background, the eye’s form will be distinct, the cursor’s thrust confident and unwavering. You said you will want the image to speak with a clear voice, as its symbolism becomes unmistakable: the fusion of vision and direction, perception and purpose. 

You wrote: this image will crystallize what the others hinted at.

These three images, like his exhibition, did not use words. You wrote that the images themselves generated language. That they served as a premonition of something not yet realized. You said that you had heard songs of green and yellow and silver and the smell of camphor. And in that absence of words, we tried to make images speak.

www.grazerkuntsverein.org