Duane Linklater, mâcistan, Ausstellungsansicht, Secession 2025.

Courtesy des Künstlers, Catriona Jeffries Vancouver, kurimanzutto | Foto: Iris Ranzinger 

Duane Linklater

mâcistan
Secession | 29.11. 2025 – 15.02.2026

Wenn wir Dinge sammeln, schaffen wir damit immer auch eine eigene Welt – wir knüpfen Verbindungen, messen Wert bei, bewahren Erinnerungen, konstruieren und verbreiten Wissen. Im Kleinen geschieht das etwa in einem persönlichen Familienarchiv; in einem größeren Maßstab, wenn Museen ihre Depots und Ausstellungsräume mit Objekten füllen, um nationale Identitäten zu formen und ihre Geschichten über die Welt zu erzählen.

Duane Linklater verortet die Konventionen des Museums im weiteren Rahmen der zeitgenössischen wie historischen Lebensbedingungen Indigener Menschen. Der Künstler verweist nicht nur auf die von seinen Vorfahren ererbten Aufbewahrungspraktiken, sondern setzt sich auch kritisch mit den durch den Siedlerkolonialismus aufgezwungenen gewaltsamen Wissens-, Repräsentations- und Wertsystemen auseinander. Für seine Ausstellung in der Secession hat Linklater eine ortsspezifische modulare Struktur entwickelt, in deren Mittelpunkt der Begriff des „Horts“ (Cache) steht. Ein Hort ist eine Sammlung oder Zusammenstellung von Dingen. Indem er persönliche Bestände – die Andenken und kleinen Objekte, die wir im Lauf des Lebens anhäufen und in unserem Zuhause aufstellen – mit dem größeren Komplex des Museums und seiner kolonialen Kehrseite verknüpft, lenkt dieser Begriff die Aufmerksamkeit auf die komplexen Erzählungen, mit denen in aller Welt die Zirkulation und Bewahrung nicht nur von Objekten, sondern auch von Gefühlen, Erinnerungen und Ideen verwoben sind.

www.secession.at

Duane Linklater

mâcistan
Secession | 29.11. 2025 – 15.02.2026

Collecting objects is inherently a form of world-building – we establish connections, bestow value, preserve memories, construct and disseminate knowledge. This can occur on a small scale, in a personal family archive, and on a larger scale, when museums fill their depots and galleries with objects in order to shape national identities and narrate their stories about the world.

Duane Linklater situates the conventions of the museum within the broader framework of both contemporary and historical conditions of Indigenous life. The artist not only refers to the inherited storage practices of his ancestors, but also critically addresses the violent systems of knowledge, representation, and value imposed by settler colonialism. For his exhibition at the Secession, Linklater has developed a site-specific modular structure centred around the concept of the ‘cache’. A cache is a collection or assemblage of things. Connecting personal collections – the keepsakes and small objects we accumulate throughout our lives and display in our homes – to the larger museum complex and its colonial underside, the cache speaks to the entangled narratives through which not only objects but also emotions, memories, and ideas circulate and are preserved all over the world.

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