JJJJJerome Ellis, roses for secession, 2026

JJJJJerome Ellis

An unfinished calendar that commemorates slaves escaping their enslavers, 1673–1886
Secession | 11.09.–22.11.2026

JJJJJerome Ellis’ Arbeit gestaltet unsere Beziehung zu Zeit, Sprache und Lesbarkeit radikal um und entwirft eine zutiefst persönliche und zugleich strukturell politische Poetik der Unterbrechung. In Performances, Klängen, Texten und Improvisationen behandelt Ellis Sprachstörungen nicht als Mangel, sondern als eine Modulierung von Zeit, die sich der Herrschaft des normativen Sprachflusses und kapitalistischen Zeitformen widersetzt. Ellis’ Stottern wird zu einem Ort des Bruchs und der Verweigerung, zu einer Öffnung, in der Stille nicht Abwesenheit ist, sondern eine souveräne Pause. So verwandelt sich Sprechen in eine Form des Widerstands, in der Verzögerung zu Dauer wird, das Ausbleiben von Mitteilung zu einer ethischen Strategie. Ellis’ Kunst fragt, was es bedeutet, anders in der Zeit zu leben, gebrochene Rhythmen als Räume der Improvisation, der Beziehung und Schwarzer Fugitivität zu bewohnen.

Ellis’ Praxis destabilisiert die Architekturen von Sprache und Autor*innenschaft als solche. In Performances und Klangkompositionen wie auch in den Rhythmen geschriebener Sprache etwa in The Clearing öffnet sich ein Raum für nichtlineare, improvisierte Formen des Wissens, die aus dem Zuhören entstehen, aus dem Zögern und dem, was der Transkription entgeht. In Ellis’ Arbeit geht es nicht einfach um Behinderung oder Identität, sondern um die Strukturen, die versuchen, Anderssein unter Kontrolle zu bringen und auszulöschen, und die Möglichkeiten, die aus dem Widerstand gegen diese Strukturen erwachsen. Der Fluss der Sprache ist hier nicht Ziel, sondern eine Frage, eine fortwährende Aushandlung zwischen Körper, Klang und Zeit. So entsteht Raum für Undurchsichtigkeit und Abweichung; wir sind aufgefordert, zu hören, was normative Systeme nicht erfassen können, und die Dissonanz dieses Hörens anzunehmen.

www.secession.at

 

JJJJJerome Ellis

An unfinished calendar that commemorates slaves escaping their enslavers, 1673–1886
Secession | 11.09.–22.11.2026

JJJJerome Ellis’s work radically reconfigures our relationship to time, speech, and legibility, offering a poetics of interruption that is both deeply personal and structurally political. Through performance, sound, writing, and improvisation, Ellis treats dysfluency, not as deficit, but as a modality of time that resists the violence of normative fluency and capitalist temporalities. Their stutter becomes a site of rupture and refusal, an opening where silence is not absence but a sovereign pause. In this way, Ellis transforms speech into a form of resistance, where delay becomes duration, and withholding becomes an ethical strategy. Their work asks what it means to dwell inside time differently, to inhabit broken rhythms as spaces of improvisation, relation, and Black fugitivity.

Ellis’s practice destabilizes the very architectures of language and authorship. Whether through their performances, sonic compositions, or the textual rhythms of The Clearing, Ellis opens space for nonlinear, improvisatory forms of knowing, ones that emerge from listening, from hesitation, from what escapes transcription. Their work is not simply about disability or identity, but about the structures that attempt to manage and erase difference, and the possibilities that arise in resisting those structures. Ellis doesn’t offer fluency as a goal, but fluency as a question, an ongoing negotiation between body, sound, and time. Their practice holds space for opacity and errancy, asking us to hear what normative systems fail to register, and to stay with the dissonance of that hearing.

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